Umzug
Greymatter hat ausgedient ! ![]()
Das neue alte Blog ist unter news.ego-s.net erreichbar, bitte links aktualisieren.
Peter on 01.25.06 @ 06:15 PM CST [link]
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Ein paar Tage "von oben" verordnete Abwesenheit: wir diskutieren das noch, aus ist es noch lange nicht. Gut Ding will halt Weile haben und vielleicht noch anderweitig Publik erfahren. Ignoranz ist etwas, was ich nicht abkann, merke ich immer wieder. Der groesste Feind der Menschheit ist ... na ratet mal, ich arbeite noch an der Ausformulierung, Sie hoeren dann von mir Frau Wunderbar und Herr Donnerwetter.
Ansonsten habe ich heute gelernt, das es ueberhaupt nicht schwierig ist, mit dem Rauchen aufzuhoeren. Es ist stattdessen nur ausserst schwer, nicht wieder anzufangen ... macht total Sinn, man muss nur mal drauf kommen: danke Joerg Rosenthal, schoener Text ... http://www.joerg-rosenthal.de/nichtraucher/nichtraucher.html
Ich kaempfe also weiter ... und mache erstmal Kaffee.
Peter on 01.24.06 @ 04:00 PM CST [link]

spiegel.de
"Mediziner wurden finanziert, kritische Untersuchungen unterdrückt: In ungeahntem Ausmaß habe die Zigarettenbranche, so eine Studie, führende Institutionen des Gesundheitswesens manipuliert.(...)"
"Die Kooperation von Medizinern mit "Big Tobacco" war lange effektiv. Mit "ungeheurem Erfolg" habe es die Tabakindustrie über Jahrzehnte geschafft, renommierte deutsche Wissenschaftler in großer Zahl zu finden, die in ihren Veröffentlichungen die Beweise für die tödlichen Auswirkungen des Qualmens "manipulieren und verdrehen", lautet das Resümee der Grüning-Studie.
Mindestens 80 zumeist hochrangige Klinikprofessoren hätten sich "im Würgegriff der Tabakindustrie" befunden, weil sie Forschungsgelder annahmen. Denn fast immer waren die Zuschüsse an Vorgaben geknüpft, die die Auftraggeber bestimmten - ein Lehrstück für gekaufte Wissenschaft."
... geahnt hat man es ja schon lange, Rauchen ist! nicht das, was der Marlboro Mann suggerieren moechte. Eine rethorische Frage stelle ich mir in letzter Zeit wieder oefter: wieso Steuern weiter und weiter erhoehen, wenn es verboten werden koennte.
Abends im Bett, kurz vor dem Einschlafen wieder hochzuschrecken, adrenalingeweckt und am und im ganzen Koerper kribbelnd, bringt endlich die laengst ueberfaellige Erleuchtung. Wir muessen alle sterben und da Leben Spass macht, moechte ich es gerne so lange wie moeglich hinauszoegern.
Wie das geht? ... einfach aufhoeren!
Mein Tip, wie das Unternehmen gelingen kann: solange rauchen, bis man die Wirkung langfristig koerperlich spuert.
Viel Glueck Peter ...
Peter on 01.23.06 @ 03:48 PM CST [link]
... könnte es mir auch gefallen, dachte ich.
In einem Liveauftritt Harry Rowohlts, den ich herzlich empfehlen kann, erzählt er unter anderem von etlichen Episoden aus seinem Leben. Eine davon handelt davon, wie er in jungen Jahren als Praktikant bei einem Verlag arbeitete und mit 2 Kollegen Bücher archivieren sollte. Da die jedoch alle schon archiviert waren, kopulierten die Kollegen und er nutzte die Zeit, alle Bücher von Arno Schmidt zum zweiten Mal zu lesen.
Jedenfalls fragte ich mich dann, ... wer zur Hölle ist eigentlich Arno Schmidt ???
Als ich gestern in Bonn war, ging ich zu Bücher Behrendt und fragte eine Verkäuferin, die mir aufgrund ihres biblischen Alters ausreichend kompetent erschien, nach Werken von Arno Schmidt.
Die Dame zeigte sich reichlich beeindruckt von meiner Wahl und führte mich zu einem mit dunklem Samt verhangenen Regal im Hinterzimmer der Buchhandlung. Von einer Unzahl an Kerzen erhellt lag dort hinter dem schweren Stoff ein alter Mann reglos und stumm, in Verwesung begriffen. Mittlerweile weiss ich das Arno Schmidt schon 1979 gestorben ist und ich kann mir den immer noch vorherschenden Verwesungsgeruch nur durch die schlechte Belüftung des Zimmers erklären. Wahrscheinlich hatte sich schon länger niemand mehr nach ihm erkundigt. Ich mich ja auch nicht, wie ich der Verkaufsdame erklärte, die sich wohl auch auf okulte Sexualpraktiken verstand, die Wände waren gespickt von Spielzeug der lästerlichen Lust. Nachdem ich endgültig klar gestellt hatte, das ich mich für das Werk des Mannes und nicht für seinen vertrockneten Körper interessierte, führte sie mich, der Situation unangemessen nur leicht errötet, wieder in die eigentliche Buchhandlung zurück, um mich dann an einem Regal, an dem ich vorher schon gestanden, gesucht, aber nicht gefunden hatte, zurückzulassen. Die Zeit, die ich im Hinterzimmer verbracht habe, muss ein aufmerksamer Mitarbeiter genutzt haben, um eben dieses Regal mit einer Reihe von Arno Schmidt Büchern gefüllt zu haben ... oder sollten sich doch meine Augen langsam meinem Gedächtnis anschliessen?
Wahllos grief ich eines heraus, bezahlte und verliess den Laden mit einem schönen neuen Buch, das ich in einiger Zeit für einen Euro bei ebay verscherbeln kann.
Vorher und in nächster Zeit werde ich mir allerdings auf den Spuren von Harry Rowohlt alle Bücher von Arno Schmidt zulegen und mindestens zweimal lesen.
... und was schrieb er so, der Arno? Hier drei kleine Kostproben aus dem Werk : Aus dem Leben eines Fauns; erschienen 1953!
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Stillste Moorluft: ein Bauer bildete sich zehn Schritte vor mir; zuerst nur grau, wie aus Rauch gepustet; (dann schien er blaue Hosen zu tragen; der gebückte Rücken blieb buntlos); Hände qualmten langsam unter ihm rum; dann richtete er sich breit, schnickte mit der Peitsche, daß die Luft vor Schmerzen stöhnte, hohl: da verschwand das Pferd aus Schattenflicken nebem ihm, und auch er entstand mir später nicht mehr. (War wohl verrübt; zersät; irgendwie).
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Seine Blicke strolchten auf den Schülerinnen herum, der gebogenen Blusenseide; den schenkelgefüllten Röcken. Schönbrauige: Schulmädchen mit glatten Gesichtsgeheimnissen, ernste unbewegliche Augen; sandfarbene Bubiköpfe drehten sich auf dünnen Hälsen, während die Porzellanhand Englischklein schrieb, ins blaue Heft.
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Auf die Sterne soll man nicht mit Fingern zeigen; in den Schnee nicht schreiben; beim Donner die Erde berühren: also spitzte ich eine Hand nach oben, splitterte mit umsponnenen Finger das in den Silberschorf neben mir, (Gewitter fand grade keins statt, sonst hätt ich schon was gefunden!) (In der Aktentasche knistert das Butterbrotpapier).
Der kahle Mongolenschädel des Mondes schob sich mir näher. (Diskussionen haben lediglich den Wert: daß einem gute Gedanken hinterher einfallen).
Die Chaussee (zum Bahnhof) mit Silberstreifen belegt; am Rande mit Rauhschnee hochzementiert, diamonddiamond (macadamisiert; - warn Schwager Coopers nebenbei). Die Bäume standen riesenstramm und mein Schritt rührte sich dienstfertig unter mir. (Gleich wird der Wald links zurückweichen und Felder ankommen). Auch der Mond mußte mir noch im Rücken hantieren, denn manchmal zwitschten merkwürdig scharfe Strahlen durchs Nadelschwarz. Weit vorn stach ein kleines Auto die aufgeschwollenen Augen in die Morgennacht, sah sich langsam zitternd um, und wandte mir dann schwerfällig den rotglühenden Affensteiß her: gut, daß es wegfährt!
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Den Hype um Benjamin von Stockhausen-Bratwurst habe ich ja nie ganz verstanden, aber als ich die Passagen Milchkaffee trinkend in meinem geliebten Cafe Göttlich las, lachte ich laut und freute mich, daß es gute Bücher gibt.
Peter on 01.17.06 @ 06:20 PM CST [link]
... und alle feiern mit.
Guten Rutsch ins neue !!!
Peter on 12.31.05 @ 05:57 PM CST [link]
Am letzten Samstag fand hier eine kleine Weihnachtsfeier statt. Ein wirklich schöner Abend, mit einem dem Anlass entsprechend großen Kater am nächsten Morgen. Als Kaisa, Jana und ich gerade beim Frühstück saßen, betrat eine Freundin Kaisas fröhlich die Küche und fragte, ob wir schon von dieser großen Explosion im Norden der Stadt gehört hätten.
Nach den 2 Anschlagsserien im Juli denkt man in dieser Stadt zunächst an Flugzeuge und Einstürzende Neubauten, wenn von Explosionen die Rede ist. Das wird wohl auch noch eine zeitlang so bleiben.
Nur war es dieses Mal eher technisches oder menschliches Versagen statt Terror, die tatsächliche Ursache ist noch nicht geklärt.
Unabhängig von der Tatsache, das bei dieser Katastrophe Menschen verletzt wurden ... und die Kosten nebenbei bemerkt auch enorm sein dürften, finde ich große Brände unglaublich faszinierend ... und fuhr deshalb einen Tag später hin. Hemel Hempstead ist ca. eine halbe Stunde Zugfahrt von London entfernt und schon von Weitem war die riesige Rauchwolke zu erkennen. Am Bahnhof stieg ich in einen Bus und fragte den Fahrer, wo ich denn am Besten aussteigen solle, um das Rauchmonster fotographieren zu können ... woraufhin er mir erstmal die Bilder auf seiner Digicam zeigte, die er schon gemacht hatte, ... Schaulustige unter sich.
Wirklich nah ran kam man natürlich nicht, die Polizei hatte das Gebiet weiträumig abgesperrt. Verständlicherweise, zum einen, um Katastrophentouristen wie mich von dem Gebiet fernzuhalten, damit die Rettungsarbeiten nicht behindert werden. Zum anderen, weil der finstere Qualm schlicht und ergreifend gesundheitsschädlich ist. In einer Zeitung las ich gestern was in der Art ... "vergleichbar dem Rauch von 400 Zigaretten", wenn man sich kurzfristig zu nah am Geschehen aufhält.
Auch ohne mitten in den Flammen zu stehen, war es ein faszinierendes Schauspiel. Solche Wolken sieht man definitiv nicht alle Tage! Die BBC veröffentlichte Satellite-Aufnahmen, auf denen die Ausbreitung der Wolke zu sehen ist ... London wirkt dagegen eher klein.
Die Anwohner und die Rettungskräfte machten, was schon zur Beruhigung des Gewissens beitrug, nicht den Eindruck, als fühlten sie sich von Leuten wie mir sonderlich gestört. Wahrscheinlich lag das daran, das kaum jemand da war, jedenfalls war das ein oder andere Schwätzchen möglich.
Als ich schliesslich wieder nach Hause fuhr, war es schon dunkel. Die Wolke hob sich dennoch deutlich vom Himmel ab. So schwarz ist keine Nacht.
Zwei Eindrücke gibts im Pixel-Blog zu sehen, viele weitere Bilder und Berichte u.a. bei der BBC.
... als "Junge" faszinieren mich natürlich auch große Zahlen ... und total beeindruckend finde ich, das die Feuerwehr aus einem ca. 1,5 km entfernten See 32000 Liter Wasser pro Minute in das Feuer gepumpt haben ... gute Güte !!!
Peter on 12.14.05 @ 04:27 PM CST [link]
Das Bild habe ich im Sommer an einer Bahnhaltestelle in Frankfurt aufgenommen, ... und damals tatsaechlich noch regelmaessig "Urlaub" hier gemacht.
Nun bin ich also wohnhaft in dieser herrlichen Stadt und ich muss sagen, es gefaellt. Das Wetter ist genauso bescheiden, wie man es ueberall hoert. Ein herrliches Grau in Grau und, Loriot laesst gruessen, es gibt hier mausgraue Wolken vor steingrauem Hintergrund, die mit dem wenigen Sonnenlicht alles in einem schoenen Schiefergrau erscheinen lassen. Duester, wie ich es mag.
Von dem beruehmten Londoner Nebel ist leider nix mehr zu sehen ... "London no longer experiences Sherlock Homes "pea-souper" fogs today. This is because of imposition of strict rules requiring the use of hard coal and electric fireplace starters." -- Schade :D
Momentan ziehe ich durch die Strassen, um davon wegzukommen, die Stadt nur durch die Anordnung der U-Bahn-Stationen zu kennen. Immer wieder reizvoll und ergiebig diese Streifzuege, nicht nur, weil ich immer die Knipse parat habe. ... apropos Knipse, als ich Jana Anfang der Woche zur Arbeit brachte, erfuellte ein bemerkenswertes Licht die Strassen. Aufgehende Sonne hat schon was :) Einen Eindruck davon gibts hier.
Bis Weihnachten werde ich noch ein wenig das Leben hier geniessen, im neuen Jahr werde ich dann meinen zukuenftigen Arbeitgeber davon ueberzeugen, dass ich fuer ihn unersetzbar bin ... wobei mein Optimismus gerade soweit reicht, den link dorthin hier nicht zu posten :rolleyes:
Was die Eingewoehnung angeht, ... die Umlaute auf der Tastatur fehlen mir schon nicht mehr.
Peter on 12.08.05 @ 10:04 PM CST [link]
Am Nachmittag des zweiten Dezembers komme ich gegen 16:30 auf dem Flughafen Koeln/Bonn an. Von Weitem schon sehe ich, der Flug BA929 nach Heathrow fuer diesen Tag ist gestrichen. Na das kann ja heiter werden, aber nur keine Pferde scheu machen, erstmal nachfragen. Am Schalter erfahre ich, dass ein Shuttle-Bus die Passagiere nach Duesseldorf bringen soll, von wo aus um 19:40 eine Maschine in die neue Heimat startet. Schade nur, die Dame am Schalter kann nichts daran aendern, meine Reservierung ist einfach nicht im Computer gespeichert. ... wie bitte?
Ich erinnere mich, bei der Online-Buchung gab es technische Schwierigkeiten, aber immerhin habe ich doch eine Bestaetigungsmail bekommen. Das Verstehen der Welt ueberlasse ich erstmal anderen und suche verzweifelt nach einem Internetterminal. Wenn ich den Buchungscode schon nicht im Kopf habe, moechte ich wenigstens nachschauen, ob ich die Mail von BA nicht nur getraeumt habe. Gedacht, gesucht, gefunden ... und siehe da, getreu dem alten Motto meiner Gedaechtnisstuetze hatten sich in meinem Kopf ein paar Zahlen verdreht und ich muss gestehen, dass es einen entscheidenen Unterschied macht, ob man glaubt, fuer den zweiten einen Hin- und fuer den dreiundzwanzigsten einen Rueckflug gebucht zu haben, oder ob es am dritten hin und am zweiundzwanzigsten zurueck geht. Schuld daran bin selbstverstaendlich nicht ich, sondern die Tatsache, dass es in der Eifel kein Internet gibt. Lokal und eigenverschuldet zwar, und nicht prinzipiell, aber immerhin. Man kann sich schliesslich nicht alles merken.
Bei einem halben Liter Kristall mit Zitrone greife ich zu meinem Handy und kann das koestliche Getraenk nach einem kurzen Gespraech tatsaechlich geniessen. Der Abend ist gerettet und mir bleibt eine weitere Nacht im geliebten Bonn (schoenen Dank Bodo, war wie immer sehr nett bei Dir). Auch meine Liebste sieht das Ganze mit Humor, laesst mich aber kurz wieder nervoes werden. Geschaetzte 38 kg auf der ungenauen Personenwaage lassen vermuten, mein Koffer koenne zu schwer sein. Nachdem Jana mich darueber aufgeklaert hat, dass sich British Airways Uebergepaeck zwar prinzipiell gerne und gut bezahlen laesst, bei 34 kg aber definitiv Schluss ist, sehe ich schon die Riemen meines Handgepaeck-Rucksacks reissen, egal, umgepackt werden muss auf jeden Fall.
Am naechsten Tag wieder am Flughafen, der Flug planmaessig, alles wird gut ... nur mal sehen, wie teuer der Spass mit den ueberschuessigen Pfunden wird. Ich stelle den Koffer beim Einchecken auf die Waage, sage erstmal nichts, und bin freudigst ueberrascht, als die Dame am Schalter mir mit einem netten Laecheln meine Boardkarte aushaendigt, nachdem sie mich wiedererkannt und herzlich ueber meine Schusseligkeit gelacht hat. So macht Geld sparen Spass :)
Im Flugzeug beginne ich dann erstmals zu realisieren, dass ich nicht in Urlaub fliege, sondern nach Hause. In eine neue Stadt, zu meiner Freundin. 2 1/2 Jahre Fernbeziehung sind halt auch genug ...
Peter on 12.05.05 @ 05:40 PM CST [link]
bei B.B. in B. :D
Unglaublich, wieviele mails sich in einer Woche ansammeln können. Noch eine Woche netzlos und am Freitag folgt der zweite Umzug. Derweil gibts noch ein paar neue Bilder.
Erholung macht übrigens unglaublich Spass, kann ich jedem empfehlen.
... und nu auf zu Spaghetti mit 5 kg Bolognese :cool:
Peter on 11.27.05 @ 06:31 PM CST [link]